Spinnen, Stricken, Sticken - Was man alles so machen kann



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Wieder zurück (Teil 1)


Ich bin wieder da, von einer langen Reise Richtung Südwesten bis Portugal. Da gab es viel Kunst und Kultur, doch davon möchte ich gar nicht erzählen, so was kann man auf Postkarten auch sehen. Der Weg führte über Le Puy (hier am Rückweg eine Flasche Verveine (Schnaps aus Eisenkraut) erstanden).


Die nächste Etappe war ein Bergdorf in den Pyrenäen, noch auf der französischen Seite. Da musste man abends aufpassen, dass man nicht überrannt wurde.


Kornblumen!?


Weiter ging es nach Spanien und hier dann Station in Bilbao. Das Guggenheim-Museum liegt gleich bei der Autobahnausfahrt, da kann man sich gar nicht verirren. Also gut, ein bisschen Kunst.


Jeff Koons. Dieses Kunstwerk muss gegossen werden. Und immer wieder - hab vergessen, wie oft - werden neue Blümchen in das Hundchen eingetopft.


Richard Serra hat einen ganzen Trakt mit seinen Eisenskulpturen gestaltet. So was...
Jedenfalls hat sich das echt gelohnt.


Den da habe ich immer wieder mal kurz in allen drei Sprachen angehört. Ganz interessant. Einmal hatten wir auch eine Glotze, die Untertitel für Hörgeschädigte anbot, das ging dann besser. Naja...


Ganz schön abgelutscht.Oder abgebissen?


Und in Spanien sind die Kühe halt eher kleinwüchsig.


Ein paar kühlere Tage (quengel). Hab ja gehört, dass hier das Wetter eher durchwachsen war. Später wurde es so heiß - da staunte selbst der Südländer.


Nebenbei: Ich habe sehr unter schlechten Matratzen gelitten. Da merkt man, dass man älter wird. Letzte Nacht zuhause im eigenen Bett war ein Traum! 5-Punkte-Federung, Nackenstützkissen. Ich bin eine Oma!


In Nordspanien war das. Eher wildromantisch und weniger touristisch. Man musste schon aufmerksam nach geeigneten Campingplätzen suchen - für uns nur mit Bungalow. Wir hatten zwar Zelt und Schlafsäcke mit, aber das war nur für den totalen Notfall, der glücklicherweise nicht eintrat.


Klettergeräte für den Kindskopf.


Nach drei Tagen ging es weiter. Ich wollte unbedingt die Kirche in Santiago de Compostela sehen. So ein Glück, es ging gerade eine Messe zu Ende (im dortigen Dialekt, der schon ziemlich portugiesisch klingt) und dann kam die Show mit dem pendelnden Weihrauchbehältnis.


Alles zog die Knipsboxen raus. Dieser Brauch soll daher rühren, dass die Pilger immer so stanken, nachdem sie hunderte von Kilometern hierher gelaufen waren. Der Rauch sollte den Gestank übertönen. Als wir da waren, hatten wir eher den Eindruck, die haben am Weihrauch gespart. aber auch wieder kein Wunder, wo doch alle Viertelstunde eine Messe stattfindet...

Portugal war anfangs ernüchternd. Wir sind über den Norden eingereist. Es gab keinerlei Hotels oder Pensionen dort (am Meer!) und die Campingplätze waren immer zu weit vom Wasser weg und hatten keine Hütten - ansonsten ein wenig wie Gefangenenlager organisiert ("campismo"). Die Fahrt durch einen größeren Touristenort war noch abschreckender. Dort gab es Zwangsbeschallung aus jeder einzelnen Straßenlaterne der Promenade. Das musste ich filmen:


Nichts wie weg!!! Porto hat uns gefallen (wir sind halt doch Städter).


Dort kamen wir in einem "Residencial" unter. Billig und sauber und zentral gelegen.


Das war mal das Imperial (kicher - und was ist draus geworden?):




Da sind wir doch lieber in das nette Stadtteil-Restaurant gegangen (Abendmenü 10 Euro).


Einen Tag später dann endlich ein Ort mit - wenigstens - einem Hotel (es waren zwei). Strand, Sonne und Planschen im wild wogenden Atlantik...


(Fortsetzung folgt)
1.7.11 18:50


Wieder zurück (Teil 2 - die Sardinengeschichte)


Direkt am ersten Tag sind wir in ein Sardinenfest gestolpert. Es gab über Holzkohle gebratene Fische - quasi Steckerlfisch - wie zuhause im Biergarten. Viele ältere Portugiesen sprachen etwas Deutsch. Gastarbeiter der ersten Welle, Ende der Sechziger Jahre, die bei uns im Ruhrgebiet in irgendwelchen Fabriken malocht haben...


Ein Auflauf am Wasser?
Ich bin immer sehr an Nahrungsmittelproduktion interessiert, daher diese Sardinengeschichte.


Wow! Zu diesem Zeitpunkt haben wir noch nicht geahnt, dass sich dieses Schauspiel mindestens zweimal am Tag abspielt.


Diese Nussschalen gehen auch bei starkem Wellengang aufs Meer hinaus und legen eine große Netzschlaufe, die später von Traktorwinden wieder eingeholt wird.


Viele Leute sind notwendig, um Seile und Netze aufzuwickeln und zu pflegen.


Die Netze sind echt filiert - auch Ausbesserungsarbeiten werden mit der Filetnadel gemacht - naja, auch mal einfach mit Überwendlingsstichen geflochten. Ich wüsste gerne, wer von den Leuten das noch richtig konnte - meine Sprachkenntnisse waren aber nicht ausreichend.


Hier sieht man, wie zwei Traktoren mit Winden das Netz einholen.


Gleich ist es soweit.


Das Foto zeigt nicht, wie krass die armen Fische zappeln, daher musste ich das auch filmen:


Nun, jedenfalls fand ich die kurzen Wege zum Zwischenhändler und Endverbraucher hier sehr faszinierend. Es kam regelmäßig ein Kühllaster vom Supermarkt und der Fischmarkt war direkt oben am Strand, wo die Einheimischen und die vor allem die Restaurantbesitzer die Ware direkt gekauft haben.


Arme Fische. Stimmt! Das hat mich aber nicht davon abgehalten, abends schon wieder reinzubeißen. Habe ich schon erwähnt, dass die gar nicht ausgenommen werden? Ich musste immer sorgfältig um den Organsack herum essen. Fischinnereien sind nicht meine Baustelle.

(Fortsetzung folgt - Schafsfotos wird es auch noch geben)
2.7.11 12:09


Wieder zurück (Teil 3)




In Lissabon gibt es eine Dosen-Boutique. Die Dosen werden dort nackt angeliefert und von Hand in Papier eingeschlagen (natürlich sind Fische drin...)


Wie man sieht, ist die Auswahl enorm.


Nett verpackt kommen die Waren zuhause an.


In Lissabon wurden wir alle fünf Minuten von einem Haschisch-Dealer angesprochen ("Stuff, man, dope, coca, stuff, man"), insgesamt - ich schwöre - neun Mal! Krass! Der Anblick der zwei Polizisten auf Segways war eher belustigend.


In einer Straße waren dann nur Stoff- und Kurzwarenläden.


Abgesehen davon, dass gerade Siesta war, hat mich nirgendwo was gelockt. Aber schöner Laden..


Auch schön. Nächste Straße.


In Lissabon fand gerade ein Fest auf der großen Avenida statt. Ein Mega-Picknick mit vielen Tier-Pferchen und Pflanzen vom Lande für die armen Großstädter. Man beachte die Kopfhaltung der Schafe - das habe ich später auch noch in den Bergen gesehen. Die Köpfe werden im Schatten gehalten und die Tiere stehen regungslos.


Für mich gab es auch was. Bin halt ein Schweine-Fan. Ferkel. Ziegen. Stiere. Kühe. Allerlei Geflügel. Und dazu abends ein Pop-Konzert von einer Art portugiesischem Wolfgang Petri, der Schmalziges von sich gab, war wohl Tony Carreira. Lauter Frauen in meinem Alter sind ausgeflippt (kicherkicher).


Ein paar hundert Meter weiter sind wir dann in die Gay Pride Parade 2011 geraten. Da war die Musik, gelinde gesagt, besser. War echt was los in Lissabon... uff.


Die Fahrt zurück führte uns durch die Extremadura von Spanien. Da musste ich - weil ich das von früher kannte - die Störche von Plasencia besuchen. Man kann sich das hier kaum vorstellen. Alles voller Storchnester. Jede Kirche. Jeder geeignete Baum. Damals sogar auf Autobahn-Verkehrsleitsystemen.



Schaf? Nein, das soll ein Drache sein. Unser Weg führte uns über Avila, Segovia und Burgos.


...wo die Schafe schweben.


...bis nach Pamplona, wo der Mensch weiß, wie lange noch "Rot" ist. Im Hintergrund die Absperrungen für das in Kürze stattfindende gruselige Stier-durch-die Stadt-hetz-Spektakel.

(Fortsetzung folgt)
3.7.11 12:13


Wieder zurück (Letzter Teil)


Oh? Ach hier ist das? Auf der Suche nach einer schönen Bleibe für eine weitere Woche in den Pyrenäen, sind wir hier nicht geblieben. Lieber doch wieder nach Frankreich, wo das Campingwesen ausgereift ist.


Ja, gleich hier.


...wo die Wohnwägen auch gepflegte Gärten haben.


Eine Woche ausspannen.


... und diesen Berg besteigen.


Der Gipfel war voll bewachsen von nährstoffliebendem Unkraut (Brennnessel, Löwenzahn, Ampfer), weil alles vollgesch... war.






Denn hier waren die krassen bewegungslosen Ziegen und Schafe zuhause. Ich nehme mal an, die fressen im Morgengrauen und dann wieder abends. Ansonsten stecken die den ganzen Tag den Kopf in ein winziges Schattenloch. Nur eine hat geschaut, wer denn da kommt.


Dann plötzlich mitten auf dem Weg (da war das Wasserloch). Huch! Riesige Viecher. Besser vorne rum gehen, was?





Den Weg nach Hause haben wir auch gemütlich gestaltet. Endlich mal Toulouse besucht. Wenn man gotische Wasserspeier so aufstellt, scheinen sie zu singen.



Im Falle des Hörens des Alarmes setze in Brand...
Wenn der Rauch den Korridor oder die unausführ bare Treppe zurückgibt...
...und dichten Sie mit einer im feuchten Schultasche ab.






Das war auch endlich mal fällig. Le Corbusier, weiß der Kenner. Heute auch schon wieder überholt, diese Modernität, weil ja jede zweite Kirche aus Beton ist. Aber beeindruckend - vor allem die Raum-Ideen für die vielen Seitenaltäre, welche die Katholen ja brauchen.

(Ende)
4.7.11 12:44


Nachholbedarf:

Die verstrickte Dienstagsfrage 23/2011
Wir alle stricken derzeit anscheinend im Akkord vor allem Socken, Tücher, Decken in den verschiedensten Mustern und Techniken. Pullover und Jacken kommen auch dazu, vieles davon in Patchworkstrick. Was mich brennend interessiert, wo ich mich aber nicht so recht ran wage, sind Pullis mit verkürzten Reihen. Gut ausgerüstet mit den beiden Büchern von Ruth Kindla zum Thema und einigen Übungsstücken kann ich sagen, dass ich die Technik "durchschaut" habe und das ohne Löcher und recht glatt hin bekomme. Allerdings sind die Vorlagen in den beiden Büchern fast ausnahmslos für kleine und sehr kleine Größen, also leider nichts für mich. Und bei dieser Art des Strickens merkt man ja eigentlich erst am Ende, ob es passt oder nicht und das ist mir einfach zu heiß, wenn all die Mühe umsonst gewesen sein soll.
Wer von Euch kennt sich aus damit, hat so etwas schon gestrickt und weiß, wie man mit den Größen "tricksen" kann?
Vielen Dank an Froggie für die heutige Frage!

Ruth Kindla? Die musste ich eben mal googeln. Ach so! Das... Naja, da sollte die Maschenprobe halt stimmen. Ansonsten ist Gestricktes ja dehnbar. Und verschenkbar. Da kann ich nicht weiterhelfen. Außer vielleicht: Extrapolation?

Die verstrickte Dienstagsfrage 24/2011
Bei mir spielt es bei der Kaufentscheidung für oder gegen ein Garn durchaus eine Rolle, ob das Garn als Knäuel oder nur als Strang zur Verfügung steht. Ich kaufe nur dann Stränge, wenn es sich nicht vermeiden lässt (und auch das immer weniger, lieber verzichte ich mittlerweile auf einige Garne ganz und gar). Ich möchte mit dem, was ich kaufe, sofort stricken können, und nicht noch Stunden mit lästigem Aufwickeln verbringen müssen. Ich empfinde den Verkauf von Strängen auch eher als altertümliches Überbleibsel aus den 80er Jahren, als es als "öko"/"grün" galt wieder in Stränge zu kaufen (auch wenn das so verkaufte Garn seinerzeit nebenbei alles andere als ökologisch war), und wenn ich ihn bei sehr handwerklich produzierten Garnen nachvollziehen kann (kleine Färbereien/Spinnereien können sich natürlich weder finanziell noch vom Platz und Aufwand her eine zusätzliche Anlage für die Knäuelwicklung leisten), sehe bei industriell gefertigten Garnen großer Marken den Sinn darin nicht.
Mich würde interessieren, ob andere es auch so sehen – oder sie umgekehrt sogar lieber Stränge als Knäuel kaufen und warum.
Vielen Dank an Martine für die heutige Frage!

Das ist mir wirklich egal. Wenn das Garn günstiger ist, weil es in Strängen geliefert wird, ist das für mich ein Vorteil. Es sieht auch immer viel, viel schöner aus.
Aber bei der Kaufentscheidung spielt das gar keine Rolle.

Die verstrickte Dienstagsfrage 25/2011
Irgendwann müssen wir dran denken, aus diesem Leben abzutreten. Was habt ihr für diesen Fall für eure Garne, Strickanleitungen und das ganze Strickzubehör verfügt?
Immerhin besitzen einige ja beachtliche Werte. Ich bin schon gespannt und erhoffe mir Anregungen.
Vielen Dank an Michaela für die heutige Frage!

Ha! Darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Auf die Frage, was mein Liebster dann in dieser Hinsicht tun würde, meinte er, er wolle meinen Strickfreundinnen (das seid ihr, liebe Leserinnen) Bescheid sagen, dass das Zeug abzuholen sei. Kostenlos.
Aber bitte keine Mordanschläge - lohnt sich dann auch wieder nicht.
Jedenfalls ist mir das nur recht. Ich weiß noch, was für eine Arbeit es war, bei meiner Oma auszuräumen. Da war ich zum Teil froh um gierige Cousinen dritten Grades, die dann noch das dritte Silberbesteck und die Glastierchen und die Spitzendeckchen an sich gerissen haben. Weg damit.

Die verstrickte Dienstagsfrage 26/2011
Angenommen, Ihr könntet ein Jahr mit euren Liebsten in eine schöne aber abgeschiedene Gegend. Ihr werdet rundum versorgt, aber es gibt kein Internet und keine Wollgeschäfte.
Welches Garn, welche Strick-Bücher bzw. welche Anleitungen würdet ihr für dieses Jahr mitnehmen?
Vielen Dank an Reni für die heutige Frage!

Puh, da würde ich alles raffen, was sich transportieren lässt. Wahrscheinlich würde ich eine Woche in allen Anleitungen stöbern und Kopien mitnehmen, von allem, was ich immer schon machen wollte. Dann noch mal so richtig schön einkaufen und beruhigt abreisen.
Anders sieht es aus, wenn diese abgeschiedene Gegend sehr heiß sein sollte. Dann würde ich noch Stickerei mit dazu packen. Aber es findet sich doch immer was zu tun. Vielleicht Palmblätter-Matten flechten? (träum)

Die verstrickte Dienstagsfrage 27/2011
Dass StrickerInnen Tagesausflüge zu Pilgerstätten für Faserfreunde unternehmen, ist normal (also Werkverkäufe, Produktionsstätten, Wollfeste, besondere Geschäfte etc.). Aber habt Ihr schon mal einen Urlaub um eine besondere Location herum geplant, also in eine Gegend, die berühmt ist für ihre Wolle o. ä.?
Vielen Dank an Jinx für die heutige Frage!

Ich mache mich schon immer kundig, was in Sachen Wolle in der Urlaubsregion geboten ist. Dieses Jahr habe ich (vergeblich) nach Fabrikverkauf in Portugal gesucht (vergeblich auch mangels Sprachkenntnissen- dass mir nun bitte niemand erzähle, was ich verpasst habe, ja?). Dafür habe ich verschiedene Events in Sachen "Worldwide Knitting in Public" gefunden (die waren aber alle ir-gend-wo, wo ich grad nicht war). Einen ganzen Urlaub nur wegen berühmter Wolle zu planen, geht mir aber dann doch zu weit.
5.7.11 15:03


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