Spinnen, Stricken, Sticken - Was man alles so machen kann



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Die verstrickte Dienstagsfrage - Woche 48/2005 vom Wollschaf:
Kannst Du Dich noch an die ersten Strickst?cke (in der Schule oder so) erinnern? Was war es? Hat es gut geklappt oder hast Du die Nadeln verflucht? Wer hat Dir geholfen?


Handarbeitsunterricht war stets ein Graus, denn im Grunde meines Herzens war und bin ich etwas schlampig. Das aller-allererste, das wir machen mussten, war eine Luftmaschenkette (also nix). Doch so etwas musste stets in meiner damaligen Lieblingsfarbe Gelb sein. Und ich hing hinten dran, also musste ich das H?kelzeug auf den Spielplatz mitnehmen ? entsprechend sah das Gelb dann aus. Das Super-Duper-H?kelprojekt war dann ein Einkaufsnetz. Beginn mit einem handtellergro?en Quadrat aus festen Maschen, dann unendliche Luftmaschenb?gen und zwei Henkel. Toll!

Dann folgt eine Erinnerungsl?cke, aber es war noch in der Volksschule (wie es damals noch hie?), als ich als allererstes Strickst?ck eine M?tze machen musste. (Warum mussten Kinder unter zehn gleich so komplizierte Sachen mit Nadelspielen stricken?) Die M?tze war Dunkelgr?n und hatte gelegentlich eine Links-Runde zwischendrin. Ich mochte die Farbe nicht und habe die meiner Mutter geschenkt, die sie j-a-h-r-e-l-a-n-g trug (Meine Mutter hat mir schon mal gelegentlich aus der Patsche geholfen, weil mir immer wieder mal der Bewegungsablauf bei den linken Maschen entfleucht war).

Darauf folgten H?ttenschuhe, die mussten wieder Gelb sein, sie sollten aber f?r meinen Vater werden (kicher). Der erste (ich wei? es noch wie heute, es wurde der rechte, denn nachher kamen Ledersohlen dran) war derma?en unregelm??ig gestrickt, weil einige verschr?nkte Maschen dabei waren, den hasste ich. Der linke wurde schon viel besser, lediglich eine Runde hatte ich aus Versehen links gestrickt (wahrscheinlich einfach mal andersherum gestrickt). Mein Super-Trick bei der Benotung: Ich log, dass ich einen der beiden Socken, den h?sslicheren, zuhause vergessen hatte, damit errang ich einen Dreier!

Im Gymnasium ging das Grauen weiter (nur dass da keine gewaltt?tigen Handarbeitslehrerinnen waren, die mich am Ohr zogen ? die waren eher zynisch ? auch nicht sch?n...). Ich habe ums Verrecken das Patentmuster nicht kapiert. Als wir alle bekannten und unbekannten Rippenmuster als Pr?bchen stricken sollten, habe ich mir dieses von der anderen Angela in meiner Klasse stricken lassen ? daf?r bin ich heute noch dankbar, liebe Anschi!

Und kaum war der Spuk vorbei ? irgendwann gab es keinen Handarbeitsunterrichtsszwang mehr (die Jungs hatten "Werken" ? Neid!), habe ich ernsthaft das Stricken angefangen und mir meine erste "Carina" gekauft...
Damals waren auch noch tolle Sachen in der "BRIGITTE"... Die Anleitungen zu Heft 19/1977 ist noch in meinem Besitz ? lauter grobmaschige Mohairsachen!
1.12.05 14:07



Im Land der tausend M?glichkeiten
...bin ich mit diesem Berg Asford-Regenbogen-gef?rbter Leicester-Locken.
Es w?re sch?n beim fertigen Garn die unterschiedlichen Farben beizubehalten. Dazu g?be es bereits mehrere M?glichkeiten: Der Klassiker w?re das Navajo-Zwirnen, das "Luftmaschen-H?keln", dabei k?me dann ein Dreifach-Zwirn heraus, das hie?e wiederum, dass Material h?bsch d?nn auszuspinnen. Die Frage w?re da nat?rlich, wie lange man eine einzelne Farbe macht. Wechselt man pro Locke die Farbe, kommt das Gleiche heraus, das ich schon mal hatte ? bei diesem Raglan-von-oben... W?nschenswert w?ren diesmal l?ngere einfarbige Abschnitte ? so a bisserl Noro-m??iger.
Dochtgarn w?re ja auch mal sch?n, doch daf?r eignet sich dieses langfaserige, leicht fettige, eher mohair-artige Material nicht so sehr (Beim Test: Ich mache inzwischen so "gutes" Dochtgarn, dass es beim Abhaspeln regelm??ig rei?t ? ein Qualit?tsmerkmal der bescheuerten Art).
Dann habe ich mal was vom Verzwirnen mit einem Faden N?hgarn geh?rt: Das sah ganz h?bsch aus, weil die Farbe des N?hgarns in den Hintergrund tritt und das Ganze nur schattiert. Das Garn wird aber in Richtung Effektgarn, die Wolle windet sich locker um den stabilen Faden ? nicht ganz mein Geschmack (und man muss daran denken, dass man unter Umst?nden zweitausend Meter braucht...).
Vielleicht probiere ich ? wie schon zuvor mal ? relativ genaue Mengen der gleichen Farbe abzuwiegen und nah verwandte Farben nacheinander zu verarbeiten, so dass beim (geplanten und erw?nschten) Zweifach-Zwirn l?ngere St?cke einfarbiges Garn entstehen.

So viele M?glichkeiten! Da neige ich im Augenblick dazu, das Ganze wieder in die T?te zu packen und was anderes zu machen...
2.12.05 12:21



...zum Beispiel eine interessante Tweed-artige Farbmischung herstellen (das Foto zeigt das Garn ziemlich stark vergr??ert). Hier mit zwei Hellgr?n, verschiedenen helleren Blau und Rosa. Dabei musste ich an die Sendung "Sweet Tweed" auf arte denken, wo ein Harris-Tweed-Weber so begeistert von seinem Handwerk berichtete. Der hatte was ?hnliches, wenngleich matteres, weniger Buntes auf seinem Webstuhl. Die Farben seiner Insel. Das Gr?n war eher mit Braun und Orange abget?nt und das Hellblau hatte einen Graustich. Diesen Stoff verwendete ein Hersteller f?r Sneakers...
Na ja, diese Farbe ist jedenfalls nicht f?r mich gedacht. Und ich habe es absichtlich nur zweifach gezwirnt, damit ich es auf der Strickmaschine verarbeiten kann. Ein bisschen Bequemlichkeit muss sein!

Und von wegen "Krankenhaus" ? da war vorgestern meine Schwiegermutter gemeint. Das wird noch was, oh je! Am Dienstag muss sie eine Punktion ?ber sich ergehen lassen. Dann dauert es wieder eine Woche, bis ein Ergebnis da ist. Ich wei?, wie qu?lend solch eine Warterei ist...
2.12.05 15:20


Sonnenbrillen auf!
H?llische Farbkombination, was? Das sind Restesocken, Paar Nummer Eins, f?r meine Oma zu Weihnachten (6-fach Sockengarn von R?del, mit der Strickmaschine gemacht). Das sticht f?rmlich in den Augen. Und mir wird nun klar, warum ich meine Henry VIII. Variante nicht so arg gerne mag...

3.12.05 13:20


Sonntag




Und morgen zeige ich die fertige Mohairjacke...

4.12.05 17:45


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